Tubistin Lisa Geiger ist SI-S Stipendiatin 2026

In diesem Jahr wurde erneut ein Stipendium für eine Musikstudentin der HMDK ausgelobt, diesmal für Blasinstrumente. Die junge Tubistin Lisa Geiger überzeugte die Jury einstimmig mit ihrem lebendigen Spiel, ihrer Musikalität und Persönlichkeit.

Ulrike Sonntag, Mitglied des Soroptimist International Club Stuttgart (SI-S) führte ein spannendes Gespräch mit der Stipendiatin über ihren Werdegang.

Wie sind Sie zur Musik gekommen – und warum gerade zur Tuba?
Schon als ich ein Baby war, ist meine Mutter mit mir zur musikalischen Früherziehung gegangen. Ab der 1. Klasse habe ich für 14 Jahre Blockflöte gespielt. In der 5. Klasse der weiterführenden Schule habe ich mich für die Bläserklasse angemeldet, wo ich viele Blasinstrumente ausprobieren durfte. Es war sehr schnell klar: ich möchte Tuba spielen! Die Begründung war auch ziemlich einfach: die Tuba glitzert und hat einfach einen tollen Sound. 

Was fasziniert Sie an diesem Instrument besonders?                                                        
Die Tuba ist so ein vielfältiges Instrument, das leider ganz oft unterschätzt wird. Mit der Tuba kann man sowohl im Blasorchester, Sinfonieorchester aber auch solistisch spielen, wodurch ein sehr abwechslungsreiches Programm möglich ist. 

Wann entstand bei Ihnen der Wunsch, Musik professionell zu machen?                          
Die Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben und spielt daher schon immer eine sehr große und wichtige Rolle für mich. Lange war mir nicht bewusst, dass man Musik studieren kann, aber als ich davon erfahren habe, habe ich mich gefragt: Warum versuche ich nicht, mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf machen?

Welche Menschen oder Lehrpersonen haben Ihren musikalischen Weg besonders geprägt?
Es gibt viele Personen, die meinen Werdegang begleitet haben und auch immer noch begleiten. Ich denke die wichtigste Rolle spielen meine Eltern. Sie haben mir immer die Möglichkeit gegeben, dieser Leidenschaft nachzugehen und mich bedingungslos unterstützt und bestärkt, an meinen Träumen festzuhalten, egal für welchen Weg ich mich entscheide. Aus musikalischer Sicht bin ich meinen Lehrern Jernej Oberzan und Jakob Janotta unendlich dankbar, denn sie haben mir alle nötigen Grundlagen gegeben, auf die ich jetzt in meinem Studium aufbauen kann. Aber auch menschlich haben Sie mich sehr geprägt und stehen mir regelmäßig mit einem guten Rat zur Seite. 

Wie erleben Sie das Studium an der HMDK Stuttgart – insbesondere als Frau in einem traditionell eher männlich geprägten Instrumentenfach?                                                
Gerade im Hauptfach Tuba ist das Studium noch sehr männlich dominiert, was ich auch selbst in Stuttgart bemerke, da ich die einzige Frau in meiner Klasse bin. Wenn man allerdings zurückblickt, sieht man, dass der weibliche Anteil auf jeden Fall zunimmt. Aber meistens sind an den Hochschulen nur ein bis zwei Frauen oder sogar weniger. 
Ich komme mit den Jungs in meiner Klasse super gut klar, ich würde mich aber natürlich sehr freuen noch etwas weiblich Verstärkung zu haben.   

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft idealerweise vor?
Idealerweise bekomme ich in der Zukunft eine feste Stelle in einem guten Orchester und unterrichte nebenbei noch an einer Musikschule. Ich kann mir allerdings auch sehr gut vorstellen, mich musiktherapeutisch weiterzubilden. 

Sie unterrichten bereits an der Musikschule Pliezhausen: Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit jungen Musikerinnen und Musikern?                                                                        
Die Arbeit an der Musikschule bedeutet mir sehr viel! Gerade mit jungen Schüler*innen macht es mir sehr viel Spaß zu arbeiten, weil man sehr schnell Fortschritte sieht. Auch wenn es an manchen Tagen anstrengend ist, ist es toll zu sehen, wie viel Spaß die Kinder haben. 
An der Musikschule gefällt mir aber auch sehr gut, dass man nicht nur mit Kindern arbeiten, sondern auch Erwachsene unterrichtet, wodurch viel Abwechslung entsteht. 

Neben der Musik engagieren Sie sich vielfältig ehrenamtlich. Welche Rolle spielt gesellschaftliches Engagement in Ihrem Leben?                                                                    
In meiner Heimat war ich in der Kirchengemeinde sehr aktiv und habe ein soziales Engagement im Seniorenheim gemacht. Ich finde es ist sehr wichtig, sich sozial zu engagieren, denn durch soziale Kontakte entstehen vielfältige Möglichkeiten, um sich selbst weiterzuentwickeln, aber auch anderen Menschen einen Freude zu bereiten, sie zu unterstützen oder einfach nur Zeit mit ihnen zu verbringen. 

Wofür möchten Sie das Stipendium verwenden?                                                                     
Als Tubist*in spielt man in Deutschland immer B- und F-Tuba, das bedeutet, man braucht zwei Instrumente. Ich habe bereits eine eigene F-Tuba, aber brauche in naher Zukunft auch eine B-Tuba, die leider sehr teurer ist. Der Großteil des Stipendiums wird dafür in den Spartopf gelegt. Einen kleineren Betrag davon werde ich allerdings schon vorher für einen professionellen Gehörschutz ausgeben. 

Fotos: Privat

Der „All Female Composer Slam“ – eine besondere Benefizveranstaltung

First All Female Composer Slam 2026 – Junge Oper im Nord, JOiN, initiiert und organisiert von Soroptimist international Club Stuttgart. Foto: Susanne Brendel

SI-Club Stuttgart in Kooperation mit JOiN (Junge Oper im Nord)

Was als inspirierende Idee begann, wurde ein außergewöhnliches Ereignis. Mit dem ersten All Female Composer Slam wurde eine Weltpremiere ins Leben gerufen, mit der wir auch ein besonderes Projekt fördern können: #CoupleGoals0711 – Präventionsmodule, die als Workshops an Schulen durchgeführt werden. Mehr dazu unter: Frauen helfen Frauen e.V. Stuttgart. Wir freuen uns, als SI-Club mit den eingenommenen Spenden in Höhe von 10.000 Euro drei weitere Workshops ermöglichen zu können.

Victoria Hassel von Frauen helfen Frauen e.V. erläutert die Wichtigkeit des Projekts #CoupleGoals0711. Foto: Susanne Brendel

Dank derJungen Oper im Nord (JOiN) und der unermüdlichen Arbeit des SI-Stuttgart Projektteams (Katharina Drifthaus, Tina Hoffmann, Patricia Masibay und Simon Kluth) bekamen vier Komponistinnen eine Bühne. Im ausverkauften Theater erlebten wir auf eindrucksvolle Weise, wie vielfältig, mutig und innovativ diese Musikerinnen ihre eigenen Werke in den verschiedensten Genres präsentieren.

Vier Frauen, vier Handschriften – ein gemeinsames Ziel: Musik im „Slam-Format“

Die Bühne machte schon mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Instrumenten und Technik neugierig: ein Flügel, Beamer und Leinwand, ein Schlagzeug und Elektronik, eine Oud, ein Kontrabass und ein lustiger kleiner Kasten auf einem Tisch. Dieser experimentelle Aufbau ließ schon erahnen, dass das ein besonderer Abend werden würde. Und genau dies war die Stärke des Abends: vier Komponistinnen stellten sich nacheinander mit vier ausdrucksstarken, sehr unterschiedlichen Klangwelten einem Wettbewerb, dem Composer Slam, der am Ende vom Publikum entschieden wurde.

Composer Slam Erfinder Simon Kluth, Foto: Susanne Brendel, Bühnenbild: Klax Schur

Musiker und Schauspieler Simon Kluth, der Erfinder des Formats, führte durch den Abend, interviewte die Komponistinnen und hob das Besondere hervor: ein Composer Slam ausschließlich mit Frauen.

Klangkunst – Visualisierung – Verzauberung

Jazzklavier und animierte Zeichnungen, verbunden zu einem anregenden Klangerlebnis, brachte
Juliana Saib zum Auftakt auf die Bühne. Zarte Jazzklänge verschmolzen mit den farbigen Visuals zu einer poetischen Gesamtheit.

Fotos: Susanne Brendel, Bühnenbild: Klax Schur

Die Kontrabassistin Daniela Petry überraschte mit einer Performance, bei der der Bass mit ihrem Körpereinsatz zum Resonanzraum für Klänge wurde. Das Publikum verfolgte mit Spannung, was ein Instrument alles kann, wenn die Musikerin über das klassische Spiel hinausgeht.

Mit einer berührenden musikalischen Erzählung brachte die iranische Komponistin Fatemeh Dehghani die Oud auf die Bühne, ein in ihrer Heimat Iran verwurzeltes Instrument. Ihre Themen Reisen, Umwege und die Sehnsucht nach Frieden übersetzte sie in eine Komposition, in der sie die Klänge der Oud auch mit ihrer Stimme verband. Sie widmete ihren Auftritt den Menschen in ihrer Heimat, zu denen sie derzeit keinen Kontakt haben kann.

Fotos: Susanne Brendel, Bühnenbild: Klax Schur

Mit einer humorvollen Performance nahm Schlagzeugerin Lisa Wilhelm das Publikum mit auf eine bildstarke, mit musikalischen Rhythmen unterlegte Reise. Ihre Illustrationen machten die Kompositionen mit vollem Einsatz des Schlagzeugs zu Erlebnissen, die mitreißend, sichtbar und hörbar waren.

Ein Finale, das bewegt und Sichtbarkeit, die zählt

Am Ende des Wettbewerbs waren eigentlich alle vier Komponistinnen Gewinnerinnen des Abends, als sie sich gemeinsam mit Moderator Simon Kluth zu einer erstaunlichen Improvisation zusammenfanden. Das Publikum entschied sich für Lisa Wilhelm als Gewinnerin, gefolgt von Fatemeh Dehghani, doch das große Talent aller vier Musikerinnen war deutlich zu erleben.

Lisa Wilhlem, Juliana Saib, Fatemeh Dehghani, Daniela Petry
Foto: Susanne Brendel, Bühnenbild: Klax Schur

In allen Darbietungen sowie im spontanen Zusammenspiel wurde spürbar, wie viel kreative Kraft entsteht, wenn Frauen ihre Talente zusammenbringen. Für einen Moment wirkte es, als könnte aus dieser ungewöhnlichen Instrumentenkombination jederzeit eine Band entstehen – voller Mut, Spielfreude und künstlerischer Freiheit.

Katharina Drifthaus, Simon Kluth, Daniela Petry, Lisa Wilhelm, Juliana Saib, Tina Hoffmann, Fatemeh Dehghani, Patricia Masibay Foto: Susanne Brendel

Im ausverkauften Theater im JOiN fanden 100 Zuschauer:innen Platz, die wir zu Beginn und in den Pausen mit Getränken und Quiche versorgen konnten. Wir danken allen, die mit ihren großzügigen Spenden zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben!

SWR-Kultur, Sophia Volkhardt, hat über die Veranstaltung berichtet: Zum Bericht des SWRKultur

Auch Sie können das Projekt #CoupleGoals0711 mit einer Spende unterstützen: 
Soroptimistischer Hilfsverein e.V.
IBAN DE23 6005 0101 0001 3006 06, BIC SOLADEST 600 | BW-Bank
Betreff: #CoupleGoals (FhF)
Gerne stellen wir auf Wunsch für Beiträge ab 200 Euro eine Spendenbescheinigung aus.

Mit großzügiger Unterstützung von