Wir gratulieren! Clubschwester Prof. Dr. Ute Mackenstedt ist neue erste Vorsitzenden des Landesfrauenrates BW

Auf dem Bild (von links) ehemalige Vorsitzende Prof. Dr. Anja Reinalter, Prof. Dr. Ute Mackenstedt und Verena Hahn, die neue zweite Vorsitzende. Bild: ©Landesfrauenrat. Alle Rechte vorbehalten.

Wir gratulieren unsere Clubschwester Prof. Dr. Ute Mackenstedt — sie ist am 1. April 2022 zur Ersten Vorsitzenden des Landesfrauenrates Baden-Württemberg neu gewählt worden. Wir wünschen ihr viel Freude und ebenso viel Erfolg in diesem Amt!

Der Landesfrauenrat wurde 1969 gegründet, nachdem 1968 nur eine weibliche Abgeordnete in das Landesparlament Baden-Württemberg eingezogen war. Er vertritt derzeit 50 Verbände und somit über zwei Millionen Frauen. Damit ist er das größte frauenpolitische Bündnis im Land. Ziel war es, die Repräsentanz von Frauen im Parlament und im politischen Leben zu erhöhen.

So hat sich der Landesfrauenrat für die Wahlrechtsreform eingesetzt, die nun am 6. April entschieden wurde. „Es ist nach drei Anläufen endlich gelungen, die Landeswahlrechtsreform mit 2/3 Ja Stimmen durchzubringen“, freut sich Prof. Dr. Ute Mackenstedt über dieses Ergebnis. „Ich konzentriere mich nun auf die Schwerpunkte: Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die veränderten Arbeitsbedingungen z. B. durch Digitalisierung und Rollenbilder.“

Musikerinnen langfristig fördern

Die Sopranistin Hannah Gries ist die erste Preisträgerin des neuen Stipendiums des Soroptimist International Clubs Stuttgart (SI-S). Das Stipendium wird ab 2022 jährlich vergeben. Es ist mit 1.500 Euro dotiert und dient der Förderung der Ausbildung von Frauen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HMDK) in Stuttgart.

„Ein besonderes Anliegen ist uns im Club Stuttgart von jeher die Förderung und Unterstützung von kunst- und kulturschaffenden Frauen. Seit der Clubgründung im Jahr 1969 zählen wir viele Künstlerinnen und Frauen aus kunst- und kulturaffinen Berufen zu unseren Mitgliedern. Seit unserem Bestehen haben wir auch zahlreiche Projekte mit und für Kunst- und Kulturschaffende initiiert, viele davon in Zusammenarbeit mit der HMDK“, so Katharina Drifthaus, Programmdirektorin im SI-Club Stuttgart. In Zeiten von Corona gaben mehrere kleinere, von Clubschwestern initiierte Konzerte in privatem Rahmen, Studentinnen der HMDK eine Auftrittsmöglichkeit. Gespräche über die Auswirkungen der Corona-Krise für Künstler*innen und der Wunsch des Clubs, Studentinnen der HDMK zu unterstützen, führten zu der Idee des jährlichen Stipendiums. 

Am 3. Februar übergab der SI-S erstmalig das Stipendium, in diesem Jahr im Fach Gesang – an die Sopranistin Hannah Gries. Sie überzeugte beim Vorsingen im Januar neben der Fachjury der Hochschule auch die Soroptimistinnen. Schon ihr Motivationsschreiben gefiel durch ihre feministische Haltung und ihr gesellschaftspolitisches Engagement. 

„Sie ist eine tolle Frau, die unsere Werte absolut verkörpert und – nicht nur nebenbei – auch noch ganz fantastisch singt! Eine wunderbare erste Stipendiatin“, unterstreicht Initiatorin Katharina Drifthaus.

Hannah Gries freut sich sehr, die erste Preisträgerin zu sein: „Ich habe mich für dieses Stipendium beworben, weil Soroptimist International für die Solidarität von und mit Frauen steht.  Dass diese Auszeichnung neben künstlerischem Talent auch soziales Engagement würdigt, finde ich motivierend.“ Ihr Masterstudium wird Hannah Gries voraussichtlich dieses Jahr abschließen und sich mit Vorsingen und Konzertieren beschäftigen — in Richtung Opernbühne und Musiktheater. Der Geldpreis soll ihr helfen, diese Ziele zu erreichen.

Bei unserem virtuellen Clubabend im Februar sprachen wir mit Hannah Gries über ihre Entscheidung für ein künstlerisches Studium, ihr soziales Engagement und ihre Pläne für die Zukunft.

„Für ein künstlerisches Studium habe ich mich entschieden, weil Musizieren und Singen mich erfüllt“ erzählt die Sopranistin. Bereits als Teenager beschloss sie, Sängerin zu werden. In diesem Beruf nimmt sie die Herausforderung an, auf der Bühne Emotionen – auch die Unbequemen ­– zum Ausdruck zu bringen. „Die intensive Auseinandersetzung mit Stücken, mit meiner Stimme und mit meinen Emotionen kann sowohl überwältigend schön als auch beängstigend sein.“

Auf der Bühne zu singen war eine feste Entscheidung, ihr soziales Engagement dagegen begann durch „einen großen Zufall“. Hannah Gries: „Eine Freundin war in einem Erstaufnahmelager tätig und ich habe sie dort bei einer Veranstaltung besucht. Das hat bei mir unglaublich viel in Bewegung gebracht. Ich war überwältigt von meinem Unwissen und von meinen Gefühlen. Ich habe Menschen kennengelernt, die in diesem Lager leben mussten und Menschen, die sich dort engagieren. Damals, stand ich kurz vor meinem Studium und wollte gerne helfen“. Derzeit unterstützt Hannah Gries LGBTTIQ-Geflüchtete beim Regenbogenrefugium Stuttgart. Das Ehrenamt ist für sie wichtig und sie versucht, Zeit dafür einzuplanen, so wie sie es mit ihren beruflichen Tätigkeiten vereinbaren kann. 

Seit 2015 studiert Hannah Gries Gesang an der HMDK Stuttgart. Sie ist als Konzert-, Lied- und Opernsängerin innerhalb und außerhalb der Hochschule gefragt. Ihre Auftritte führten sie in Deutschland bereits in die Liederhalle Stuttgart, nach Ludwigshafen, Frankfurt und Mainz sowie international nach Irland, Korea, Israel und England. Sie trat mehrfach mit der Theatergruppe Goldstaub e.V. auf und war in dem Kunstfilm „Tränen der Daphne“ (2021) in der Hauptrolle zu sehen. Darüber hinaus hat Hanna Gries in verschiedenen Chören mitgewirkt, war als Stimmbildnerin bei einem Mädchenchor und ist derzeit beim Hymnus-Knabenchor in Stuttgart tätig. 

Am 1. April ist Hannah Gries in der „Musikpause“ im Haus der Musik, Fruchtkasten am Schillerplatz, zu hören sowie am 15. April im Karfreitagskonzert, Bach h-Moll-Messe, in der Stuttgarter Stiftskirche. 

„Mit diesem jährlichen Stipendium möchten wir Kunst und Kultur fördern, bei gleichzeitigem Engagement für die Überwindung von geschlechtsspezifischen Schwierigkeiten“, betont die Präsidentin des SI-Clubs Stuttgart, Prof. Dr. Hendrikje Mautner-Obst. „Es leistet damit einen Beitrag, Studentinnen auf ihrem Weg in eine erfolgreiche künstlerische Tätigkeit zu unterstützen. Wir wünschen unserer ersten Preisträgerin Hannah Gries viel Erfolg und freuen uns, sie dabei zu begleiten.“